Rotation 2013: OK Kid

OK KidÜberall liest man sie die Tage: Jahrespolls. Da ich keinen Anspruch und gar keine Möglichkeit habe, alle wirklich “wichtigen” Veröffentlichungen dies Jahr gehört zu haben, kann ich euch nur sagen, welche ich besonders mochte, welche sich bei mir in mein Hirn frästen, aus dem Gehörgang für eine lange Weile nicht mehr rauskamen und an welche ich mich auch jetzt noch positiv erinnere.

OK Kid waren eine dieser Bands, die man ans Herz gelegt bekommt, er nur mit Textzeilen, dann mit ganzen Songs, die sich dann einbrennen. Einen ganzen Frühling und Sommer gehört, verlor ich sie dann aus den Ohren, aber das Konzert im Hamburger Knust hat mich dann wieder auf die richtige Bahn gebracht. Das selbstbetitelte Album der Gießener hat mich wirklich überrascht und umgehauen, denn sie haben da ein ordentliches Stück HipPop mit Trip-Hop und Elektrogespiele vorgelegt. Da werden einem Zeilen wie “Du bist allein, zu zweit, zu dritt, zu viert, zu fünft, zusammen, doch du hörst sie nicht mehr, die Kopfdisko ist heut nicht an.” um die Ohren gehauen, die Füße zucken vom zappeligen Beat getrieben und das Kopfnicken über das entweder aktuelle oder in der Vergangenheit liegende Einverständnis. Das Einverständnis über die in gute Wortspiele verpackte Gesellschaftskritik, die sich ohne hochgehobenen Zeigefinger durch die Songs schlängelt. Es schlängelt sich auch das in Textzeilen gebrachte Bild der Heranwachsenen. Das Finden oder Suchen des Weges, der einen irgendwohin bringen soll. Doch darüber singen können nur die wenigsten, Wortspiele und Doppeldeutigkeiten darüber auch. Hier zeigen OK Kid “Einsatz” und sagen ”Ne gute Line reicht und mir wachsen Flügel”.

Doch Fliegen ist nicht alles was sie können, kennen sie nicht nur das Oben, sondern haben auch schon auf dem Boden gelegen. Aber sie stellen sich wieder her, wenn sie den “Kopf aus der Schlinge einer scheinbar heilen Welt” ziehen.  Die drei, die mittlerweile in Köln wohnen stellen sich Fragen, die sich eine ganze Generation stellen, die Probleme, Irrungen und Wirrungen die am Ende nicht wehtun, jedenfalls nicht der Welt, die wir alle aber für so unglaublich wichtig halten. Wir mit unseren kleinen großen Dingen, die uns bewegen. Gerade letzteres bringen OK Kid in der Ü20-U35-Ode – “Mehr Mehr” – auf den Punkt. Und schaffen am Ende die Antwort auf “Allein, zu zweit, zu dritt…” und geben dem Album ein letztes Mal ein authentisches und lebensbejahendes Ende, frei nach dem Motto “Denn am Ende wird alles wieder gut, und solang es uns nicht gut geht, haben wir auch kein Problem.”Wie die Welt wohl wäre, wenn es Ton, Steine, Scherben noch gäbe, wüssten wir auch gerne. Wir vermuten ein bisschen besser. Aber solange es Bands wie OK Kid gibt, die sich daran erinnern, wird es auch so gehen.

siehe auch concert-news.de

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