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Zugehört: New Partner

New_Partner_FrontEs ist Februar, wir streunen schon viel zu lange einsam und allein umher, sitzen an Bars mit mehr als einem Glas Rotwein, erzählen jedem der es nicht hören will, wie gut es ist so frei zu sein oder schweigen mit betretener Mine vor uns hin. Und wir klammern uns an jeden Strohalm, an jeden Jackenärmel oder nur an ein freundliches Lächeln, um uns dann beim Einschlafen selbst die Hand zu halten.

Und dann wacht man auf mit den ersten Klängen von New Partner, mit der Stimme Björn Wahlströms, die sich sofort in das Loch im Bauch brennt, die I am Kloot-Synapsen aktivieren und man fühlt sich geborgen, verstanden, begleitet in seiner Sehnsucht. Eine Sehnsucht die dank Stargazer Records und New Partner nun mit Americana- und Folk-Klängen begleitet wird, eine Sehnsucht die von Verlust, den eigenen Wurzeln, Familiengeschichten und natürlich Liebe erzählt. Und zwischen all dem findet sich mit “I won’t kill you” ein kleiner Stomper á la Two Gallants, der einen plötzlich aufspringen lässt aus der Ruheposition, die Füße und Hände zappeln unkontrolliert, bevor man bei “Long Lost Wish” wieder in die Ausgangsposition verfällt.
Doch man sitzt nicht mehr allein in der Ecke, man hat mit Ruppel und Stefan von Grant Creon, Per von Bring The Mourning On und Golden Kanine und dem Videographer (“Fading Trail” von Bring The Mourning On, “Climb” von Golden Kanine) und Idle Hands-Mastermind Björn Wahlström neue Leidensgenossen, New Partner halt. Zwar treten sie einem nicht in den Arsch, doch ist gemeinsames Leiden, Sehnsüchteln und Wein trinken doch besser als es allein zu tun.

Ab dem 20. Februar beim Plattenhändler eures Vertrauens oder als Pre-Order bei Stargazer Records!

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Zugehört: Damien Rice

Was gibt es schöneres, als das Album auf das man seit acht Jahren gewartet hat, mit einem guten Freund zu teilen, mit dem man jenen Damien Rice seit mindestens acht Jahren teilt.
Zwei Menschen, die gleichzeitig geflashed sind, ohne am selben Ort zu sein mit komplett unterschiedlichen Voraussetzungen. Hier Reykjavik, dort Aiterhofen. Und “My Favourite Faded Fantasy” von Damien Rice:

“My Favourite Faded Fantasy”
Aiterhofen: Was mich ärgert ist, dass drei Songs von acht vorher schon zu hören waren.
Ich hätte mir in die Hosen gemacht, hätte ich die Songs nicht im Vorfeld gekannt.
Geweint wie ein kleines Kind. Jetzt war ich schon etwas gefasster. Die drei Pres sind natürlich mehr als irre! Bin gespannt, was mit den anderen noch passieren wird, endlich wieder was zu entdecken.

“It Takes A Lot to know a Man”
Reykjavik: Sag was!
Aiterhofen: Sag du doch was!
Reykjavik: Schönes Piano. Oh, und das Ende ist toll! Das macht den Song unvorhersehbar.
Aiterhofen: Absolut! Streicher alla Rubin.
Reykjavik: Ach, das ist noch gar nicht das Ende….WOW!
Er verändert sich in der Mitte von etwas harmlosen zu etwas fast bedrohlichem, oder gewaltigem. Und dann bricht er wieder und Feuer knistert. ich sitze mit ihm in einem Raum, er spielt Piano und ich lausche. Aber nicht als anwesender Mensch, eher als Gemälde oder als altes Foto in einem Bilderrahmen auf dem Kamin, weil das so intim und nah ist, dass eine Person im Raum stören würde.
Aiterhofen: Knister knister, Piano. Mein Wein erzählt grad die selbe Story. Erst ist er bitter, schmeckt nach Eisen. Kaum eine halbe Stunde offen, entwickelt sich sein Geschmack. Brombeere. War vorher nicht zu schmecken. Die Streicher sind sooo toll eingesetzt zum Schluss hin und dann die Bläser. Baaaammmmmm – wie man so im Jugendjargon sagt.
Reykjavik: Den Song find ich wirklich bombastisch, wunderschön, er füllt einen tollen Raum und riecht nach Kaminholz, nach Wein auf selbigem und ein bisschen Staub in den Ecken. Nach einem frisch gewaschenem Hemd, in dem Damien am Piano sitzt. Barfuß.
Aiterhofen: Der ist irre lang! Fazit?
Reykjavik: Also bis zur Hälfte dachte ich, ok. Und dann kam der Bruch, die unvorhergesehene Wendung.
Aiterhofen: Klavier und dann die geilen Streicher. Super gemacht. Gänsehaut.
Reykjavik: Überrascht, Gänsehaut, verzaubert!

“The Greatest Bastard”
Reykjavik: ich würde ihn als klassischen Damien bezeichnen…sehr minimalistisch. Man hört, wie er die Saiten anschlägt und atmet. Das mag ich.
Aiterhofen: Grooooßßß, klassisch, mit der beste bisher. Und jetzt sind wir erst bei Song 3!
Die Melodie pulsiert wie wild durch meinen Körper. Der edelste Wein ist den Song nicht wert

“I Dont Want To Change You”
Aiterhofen: Streicher auch wieder top. modern, aber passend bzw bisschen wie die alten Soul Sachen. gut gemacht.
Reykjavik: Zu dem Song hab ich eine schöne Situation: wir hielten nach einem wunderschönen Mooslavafeld irgendwo an nem Straßenrand…weil das Licht so toll war, so friedlich, so ….und dann kamen die ersten Töne von “I dont want to change you” aus dem Radio…und ich hab Gänsehaut bekommen.

“Colour Me In”
Aiterhofen: boahhh Explosion! Wie hat mir das gefehlt!
Reykjavik: Gänsehaut durchzieht sich. Mir kullern grad ein paar Tränen, weil der Song so schön und gewaltig ist!
Aiterhofen: Jede Träne ist es wert.
Reykjavik: Ich befürchte ich werde die ganze Nacht das Album hören!

“The Box”
Reykjavik: Ich komme langsam wieder dahin, mich für Musik zu begeistern, hatte und brauchte ich lange Zeit nicht…tatsächlich nicht…einfach mal für sich sein, Natur hören und genießen
Aiterhofen: Alles ist Musik. Schwingung. jedes Geräusch. selbst die Stille schwingt. oft noch schöner als alles Gespielte.
Reykjavik: Aber Damien ist der auf den ich mich seit acht Jahren gefreut hab.
Aiterhofen: Er kam zur richtigen Zeit.
Reykjavik: Er wäre immer zur richtigen Zeit gekommen. FUCK…er weiß doch immer wieder zu überraschen!
Aiterhofen: Rick Rubin, der Hund, hat ihm da schon ein paar fette Streicher hingezaubert und ihn aber auch pure gelassen. Kein Ausfall bisher.
Reykjavik: ich finde das passt alles ziemlich gut zusammen und “The Box” ist der Hammer!
Aiterhofen: Erst erinnert er sehr an “Blowers Daughter”
dann…geht er eine tolle andere Richtung.

“Trusty And True”

Aiterhofen: Trotz der kurzen Tracklist ist es eine relativ lange Spielzeit.
Ahhhh
Geil
Zweistimmig
Sehr irisch
Ich hab die Instrumentenliste im Booklet gelesen. Irre viele Instrumente sind am Start aber man merkt das nicht. Klingt alles ehrlich.
Reykjavik: Und klingt alles erdig. Dieser Song ist aber bisher der poppigste.
Aiterhofen: Er hat sich verändert, aber in einem guten Rahmen.
Sehr poppig! Hab in nem Interview gelesen, dass er sich gegen Radiosongs wehrt, deshalb sind die Songs auch immer über 5 min. Großartig. Zusätzlich ist der Wein den ich grade trinke, einer der besten. Passt alles irgendwie heute.
Reykjavik: Hab heut nen kleinen Schnipsel über die Entstehungsphase gesehen…da meinte er auch, dass er mit Druck nicht arbeiten kann, dass er Inspiration und Zeit braucht.
Aiterhofen: Schade, dass du dich nicht mit mir betrinkst. das wär es wirklich wert.

“Long Long Way”
Aiterhofen: Uuuhhhhh, sehr sphärisch!
Reykjavik: Ja sphärisch, aber dann bombastisch. Guter Abschluss!
Aiterhofen: Ich höre viele Alben und oft denk ich mir, boah, das ist krass gespielt.
Instrumental geile picking Gitarre, irrer Basslauf usw.
Das dachte ich zu keiner Sekunde bei Damien.
Das kann fast jeder Anfänger spielen.
Aber mich kriegen diese ausgeheckten Sachen nicht so arg, als wenn einer Songs schreiben kann und dann noch so interpretieren. Viele studierte Musiker maskieren ihre fehlenden Songwritingkünste durch Können am Instrument. Er muss nix maskieren.
Ich hab sieben Lieblingslieder und das achte gibt sich Mühe.
Der schönste Abend des Jahres, ohne dass irgendetwas passiert.
Nur Musik
und deine Worte
Toooooollll
danke
Das war ne großartige Idee!
War hoffentlich meine.
Reykjavik: ich glaube es war unsere…wir haben es beinahe gleichzeitig ausgesprochen.

Die Erwartungshaltung war groß, die Vorfreude ebenso und ein wenig auch die Angst vor Radiohits, Ausverkauf und Mainstream. Doch davon ist der Ire weit entfernt, auch wenn seine Songs noch das kühlste Herz erweichen könnten. Mit “My Favourite Faded Fantasy” knüpft er also da an, wo er mit seinen vorgängigen Erfolgsalben “9” und “O” vor acht Jahren aufgehört hat. Und ich kann nicht aufhören, mich verzaubern zu lassen. Bleib noch ein bisschen Damien!

 

 

 

10 Jahre DevilDuck

Und wieder einmal wird einem bewusst, dass die Zeit sich ziemlich beeilt. Nicht zuletzt nach der Erinnerungsmail, dass am heutigen 18. Oktober im Nochtspeicher in Hamburg 10 Jahre DevilDuck Records gefeiert werden. Z E H N  Jahre!!! In manchen Ohren klingt das alles nicht viel, aber in den Zeiten in denen es kleinere unbekannte Bands und ihre kleinen Labels nicht besonders leicht haben, ist das mehr als ein Grund zum Feiern. Deshalb wird hier nicht weiter über die achsoschweren Zeiten gejammert, sondern sich lieber gefreut, dass Jörg Tresp und sein Team von DevilDuck Records ein Händchen für schöne Töne haben, dass das Hamburger Label ein Garant für Gefühl und gute Musik ist. Deshalb vertrauen ihnen Bands wie unter anderem Dangers Of The Sea, Max Paul Maria, Sea Wolf und nicht zuletzt Talking To Turtles.

Zu diesem schönen Anlass wird heute in den Nochtspeicher geladen, um nicht nur mit einem Kaltgetränk auf die vergangenen und mindestens die kommenden 10 Jahre anzustoßen, sondern auch um den Tönen von Talking To Turtles, Sea Wolf, The Dope und Max Paul Maria zu lauschen.

Ein Prosit!
Schön, dass es euch gibt!

15 Jahre Astra Stube

A4_plakat_webHamburg wäre nicht Hamburg ohne seine Club- und Konzertszene. Hamburg wäre nicht Hamburg, wenn es nicht neben den “großen” Konzertorten auch die kleinen gibt, die sich ganz genreunabhängig eher den unbekannten Musikschaffenden widmen. Dazu zählt seit 15 Jahren die Astra Stube, die einzigartige Astra Stube in Hamburg.

Wie oft stand man schon davor, hatte sich bereits ein bisschen vor dem Konzertbeginn mit Freunden getroffen, um dann manchmal nur mit sechs anderen Konzertbesuchern oder ohne Möglichkeit an Bar oder Klo zu kommen laute wie leise, aber meistens ziemlich schöne Konzerte zu erleben.  Oft tropfte der Schweiß von der Decke, wenn der Laden pickepackevoll war, inklusive kleiner Bühne, die für 10 Musiker doch etwas muckeligeng wurde.

Nun wird genau das gefeiert. Am 12. Oktober als Sonntags-Geburtstags-Matinée, natürlich mit Musik. Aber nicht nur. Mit Kuchen und Kaffee, eine fragmentarische Rückschau mittels Fotografien von Claudia Höhne und Dimitri Moskalenko, Skizzenbüchern und mit DJ von Volt.

Natürlich wird auch Live-Musik nicht fehlen, die von Tonfang (P-Funk), Tintin Patrone (elektroakustische Performance), Porsche (Poetry Rap) und Niederluft Window Electric (Krautrock) durch die Lautsprecher gejagt wird.

Und zu guter letzt und als Geburtstagskomplettierung wird an jenem 12. Oktober auch der Release des Stuben-Samplers gefeiert, der in Form eines USB-Sticks erscheint und teils neue Stücke von Asmus Tietchens, Audible Pain, *Binoculers*, Corwood Manual, Found, *Exits To Freeways*, Delay Trees, Ditterich von Euler-Donnersperg, Gregory Büttner, Ilse Lau, Jetzmann, Katzenkönig, Kitty Solaris, Las Kellies, Legoluft, *Mimas*, Passierzettel, *Plokk*, Rivulets, *Schwervon!*, Sexual Objects, *¡Son Turistas!*, Sonata Rec, Sorry Gilberto, Sport, Swearing at Motorists, Tellavision, Tonfang, *TWISK*, TV Buddhas, Woog Riots, Xyramat, ZEBU! enthalten wird.

Bestellen kann man das ganze bei info_ät_astra-stube.de oder sicher auch am Sonntag vor Ort  für 8 Euro käuflich erwerben.

My favourite faded fantasy…

Es war im November 2006, ich damals für ein langes Wochenende in London. Kurz vorm Release des zweiten Albums “9” vom Iren Damien Rice. Dass in Irland und England das Album ein paar Tage früher als in Deutschland erscheinen wird, realisierte ich, als ich die riesigen Werbeplakate aushängen sah. Überglücklich kam ich zurück nach hause und schloss mich in meinem Zimmer ein. Und war verzaubert, denn auch beim zweiten Album hatte Damien Rice es geschafft, mich in seinen Bann zu ziehen, mir den Atem zu rauben, die Tränen in meine Augen schießen zu lassen. Meine Verehrung ebbt nicht ab, obwohl ich eine lange Zeit seine Songs nicht gehört habe, aber immer stand ich in den Startlöchern, um die neuesten Neuigkeiten von ihm aufzusaugen. Doch nichts. Oder nur häppchenweise.

Kaum ein Künstler lässt sich so wenig von Plattenindustrie und Fanflehen beeinflussen wie Damien Rice. Hier und da ist er in den letzten Jahren aufgetreten, immer seine Songs von seinen viel umjubelten Erfolgsalben “O” und “9” im Gepäck und immer eine gewisse Geheimniskrämerei im Mundwinkel. Jeder wartete gespannt auf neue Songs oder eine Ansage, wann diese denn auf eine CD oder LP gepresst endlich erscheinen werden. Seit Ewigkeiten war seine Homepage “under construction”, was hoffen ließ. Und nun kündigt er auf seiner Facebookseite, in seinem Newsletter an, am 31. Oktober in Irland ein neues Album mit dem schönen Namen “My favourite faded fantasy” herauszubringen.

Das Herz hüpft, das Bauchkribbeln setzt ein und jeder Muskel ist angespannt, weil der Körper auf den Sprung wartet, der ihn am 3. November in die Plattenläden führen wird, um mit einer Ausgabe des “My favourite faded fantasy”-Albums Hand in Hand durch die Straßen zu hüpfen. Damit das Warten nicht ganz so zermürbend ist, gibts sogar ein Songfragment. Die Tage sind gezählt!

http://www.youtube.com/watch?v=xGIIfNxfUAE&feature=youtu.be

Stand der Dinge…

Hier war und ist es ziemlich leise in den letzten Monaten. Ich wohne seit ein paar Monaten in Island, wo die Zeit bislang häufig knapp war. Das möchte ich ändern, weiß nur noch nicht ob ich es in dem Umfang ändern kann, wie ich möchte. Deshalb könnt ihr auch gern auf die Facebook-Seite rüberschlappen, denn dort schaffe ich es häufiger Musiktpps, neue Alben, On-Tour-Daten und andere Dinge an die richtigen Ohren zu bringen.  Und sonst nicht müde werden und auch hierher wiederkommen. Danke für die Aufmerksamkeit!

Hasenschaukel – Die Rettung

Hier ist es etwas still geworden, weil ich mich zur Zeit nicht weit vom Nordpolarkreis in Island befinde. Das heißt aber nicht, dass ich hier abgeschnitten bin von der Welt. Ich beobachte diese sogar ziemlich genau, mit etwas Distanz. Deshalb freut es mich besonders, dass sich in Sachen Hasenschaukel in den letzten Wochen einiges getan hat. Erst hieß es, dass die Hasenschaukel schließen wird, dann dass die Besitzer Anja und Tan auf der Suche nach potentiellen Übernehmern sind und nun scheint ein Rettungsplan geschmiedet zu sein, den es jetzt in die Tat umzusetzen gilt:

Im Mai gibt es diverse Rettungs-Konzerte und -Aktionen. Auf deren Facebook-Seite bleibt ihr immer up to date (auch als nicht Facebook-User). Des Weiteren ist heute die Crowdfunding-Rettungs-Aktion in die zweite, in die Geldsammelphase gegangen. Es werden mindestens 12000 Euro benötigt, um nach dreimonatiger Neugestaltungsphase zum Reeperbahnfestival wieder öffnen zu können. Eigentlich gar nicht so viel Geld, wenn genug Menschen mitmachen. Warum es wert ist, diesen schönen Ort zu erhalten, habe ich hier ausführlich erklärt und auch Anja und Tan tun dies in ihrem kleinen hübschen Video.

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