Tag Archives: hamburg

10 Jahre DevilDuck

Und wieder einmal wird einem bewusst, dass die Zeit sich ziemlich beeilt. Nicht zuletzt nach der Erinnerungsmail, dass am heutigen 18. Oktober im Nochtspeicher in Hamburg 10 Jahre DevilDuck Records gefeiert werden. Z E H N  Jahre!!! In manchen Ohren klingt das alles nicht viel, aber in den Zeiten in denen es kleinere unbekannte Bands und ihre kleinen Labels nicht besonders leicht haben, ist das mehr als ein Grund zum Feiern. Deshalb wird hier nicht weiter über die achsoschweren Zeiten gejammert, sondern sich lieber gefreut, dass Jörg Tresp und sein Team von DevilDuck Records ein Händchen für schöne Töne haben, dass das Hamburger Label ein Garant für Gefühl und gute Musik ist. Deshalb vertrauen ihnen Bands wie unter anderem Dangers Of The Sea, Max Paul Maria, Sea Wolf und nicht zuletzt Talking To Turtles.

Zu diesem schönen Anlass wird heute in den Nochtspeicher geladen, um nicht nur mit einem Kaltgetränk auf die vergangenen und mindestens die kommenden 10 Jahre anzustoßen, sondern auch um den Tönen von Talking To Turtles, Sea Wolf, The Dope und Max Paul Maria zu lauschen.

Ein Prosit!
Schön, dass es euch gibt!

Advertisements

15 Jahre Astra Stube

A4_plakat_webHamburg wäre nicht Hamburg ohne seine Club- und Konzertszene. Hamburg wäre nicht Hamburg, wenn es nicht neben den “großen” Konzertorten auch die kleinen gibt, die sich ganz genreunabhängig eher den unbekannten Musikschaffenden widmen. Dazu zählt seit 15 Jahren die Astra Stube, die einzigartige Astra Stube in Hamburg.

Wie oft stand man schon davor, hatte sich bereits ein bisschen vor dem Konzertbeginn mit Freunden getroffen, um dann manchmal nur mit sechs anderen Konzertbesuchern oder ohne Möglichkeit an Bar oder Klo zu kommen laute wie leise, aber meistens ziemlich schöne Konzerte zu erleben.  Oft tropfte der Schweiß von der Decke, wenn der Laden pickepackevoll war, inklusive kleiner Bühne, die für 10 Musiker doch etwas muckeligeng wurde.

Nun wird genau das gefeiert. Am 12. Oktober als Sonntags-Geburtstags-Matinée, natürlich mit Musik. Aber nicht nur. Mit Kuchen und Kaffee, eine fragmentarische Rückschau mittels Fotografien von Claudia Höhne und Dimitri Moskalenko, Skizzenbüchern und mit DJ von Volt.

Natürlich wird auch Live-Musik nicht fehlen, die von Tonfang (P-Funk), Tintin Patrone (elektroakustische Performance), Porsche (Poetry Rap) und Niederluft Window Electric (Krautrock) durch die Lautsprecher gejagt wird.

Und zu guter letzt und als Geburtstagskomplettierung wird an jenem 12. Oktober auch der Release des Stuben-Samplers gefeiert, der in Form eines USB-Sticks erscheint und teils neue Stücke von Asmus Tietchens, Audible Pain, *Binoculers*, Corwood Manual, Found, *Exits To Freeways*, Delay Trees, Ditterich von Euler-Donnersperg, Gregory Büttner, Ilse Lau, Jetzmann, Katzenkönig, Kitty Solaris, Las Kellies, Legoluft, *Mimas*, Passierzettel, *Plokk*, Rivulets, *Schwervon!*, Sexual Objects, *¡Son Turistas!*, Sonata Rec, Sorry Gilberto, Sport, Swearing at Motorists, Tellavision, Tonfang, *TWISK*, TV Buddhas, Woog Riots, Xyramat, ZEBU! enthalten wird.

Bestellen kann man das ganze bei info_ät_astra-stube.de oder sicher auch am Sonntag vor Ort  für 8 Euro käuflich erwerben.

Hasenschaukel – Die Rettung

Hier ist es etwas still geworden, weil ich mich zur Zeit nicht weit vom Nordpolarkreis in Island befinde. Das heißt aber nicht, dass ich hier abgeschnitten bin von der Welt. Ich beobachte diese sogar ziemlich genau, mit etwas Distanz. Deshalb freut es mich besonders, dass sich in Sachen Hasenschaukel in den letzten Wochen einiges getan hat. Erst hieß es, dass die Hasenschaukel schließen wird, dann dass die Besitzer Anja und Tan auf der Suche nach potentiellen Übernehmern sind und nun scheint ein Rettungsplan geschmiedet zu sein, den es jetzt in die Tat umzusetzen gilt:

Im Mai gibt es diverse Rettungs-Konzerte und -Aktionen. Auf deren Facebook-Seite bleibt ihr immer up to date (auch als nicht Facebook-User). Des Weiteren ist heute die Crowdfunding-Rettungs-Aktion in die zweite, in die Geldsammelphase gegangen. Es werden mindestens 12000 Euro benötigt, um nach dreimonatiger Neugestaltungsphase zum Reeperbahnfestival wieder öffnen zu können. Eigentlich gar nicht so viel Geld, wenn genug Menschen mitmachen. Warum es wert ist, diesen schönen Ort zu erhalten, habe ich hier ausführlich erklärt und auch Anja und Tan tun dies in ihrem kleinen hübschen Video.

SUPPORT YOUR LOCAL LIEBLINGSLADEN (MUSIKLIEBHABERLADEN, LIEBLINGSTRESEN, HERZMENSCHEN)

Zugehört: Yesterday Shop

yesterdayshop_parodosWie schwer das manchmal ist, die Klappe zu halten, wenn man schon vor Wochen nicht nur das Album der Woche, sondern einen Anwärter auf das Album des Jahres vor die Ohren gesetzt bekommt. Die Berliner Yesterday Shop hängen mit ihrem neuen Album “Parodos” (Trickser Tonträger) die Messlatte der Jahresalben noch einmal nach oben und zeigen eindrucksvoll, wie Indiepop geht, um nicht im selbigen Sumpf unterzugehen und nie wieder an die Oberfläche zu kommen.

Nachdem Yesterday Shop mit ihrem selbstbetitelten Debüt-Album nicht nur einen Einblick in ihr Seelenleben gegeben haben, legen sie mit “Parodos” gewaltig nach. Der Indie-Einheitsbrei macht es nicht leicht, die Spreu vom Weizen zu trennen, wenn man schon von vornherein seine Ohren verschließt, bevor man einer Band wie Yesterday Shop überhaupt eine Chance gibt. Doch es lohnt sich, in ihren Kosmos einzudringen, es lohnt sich “Parodos” nicht nur ein oder zweimal zu hören, Songs wie “The Good Life” oder “Trees And Games” bleiben im Hirn, haken sich dort fest und tauchen im Laufe des Tages wieder auf, wenn man zwischen den Kühlregalen im Supermarkt, an der Ampel oder am heimischen Spülbecken steht. “Parodos” hat Suchtcharakter, wie ein Glas Nutella, wobei die Songs nicht immer klebrig süß im Gehörgang festsitzen, sondern auch mal mit voller Wucht und schonungsloser Realität wie bei “Two Beasts” ins Gesicht schlagen können.

Es entstehen Hymnen, die sich nicht nur im seichten Indie-Kosmos bewegen, sondern auch einen Schlenker Richtung Progressive-Galaxie machen und den Kopf ordentlich klingeln lassen. Abschließend wird in “My Fortune” all das auf den Punkt gebracht, was “Parodos” ausmacht. Töne die sich in überschwänglich euphorische Dopamin-Ausschütter verwandeln und am Ende an das Gute glauben lassen. Wer bei der Stimme von Clemens Kluck nicht an Chris Martin denkt, hat vermutlich damals nicht zu “Yellow” in der Indie-Disco geknutscht. Nun wird zu “Parodos” geknutscht, den Rest des Jahres!

Tourdated:
14.Mai Berlin / Lido
15.Mai Leipzig / Täubchenthal
16.Mai Frankfurt am Main / Grünes Theater
17.Mai Stuttgart / Merlin
19.Mai Hamburg / Molotow Exil

Erstveröffentlicht: concert-news

Why don’t you dance to the music…

…I hear inside my head?!

So oder so ähnlich könnte das Motto zu der am 15. März stattfindenden Heartphones – Kopfhörer-Party im Hamburger Knust sein. Kopfhörerparty? Klingt komisch, aber tatsächlich ist es eine der wenigen Tanzveranstaltungen, bei denen nur sehr wenige Menschen eine Fresse ziehen. Stell dir vor: du kommst in den Club, siehst die Menschen tanzen und hörst sie kichern oder unverständlich singen. Und du stellst fest “irgendwas fehlt doch!”. Und Sekunden später fällt dir auf “die Musik”. Erst zweifelst du, bist gehemmt, als du die Kopfhörer aufsetzt. Aber eigentlich ist es ganz einfach, genauso einfach wie auf einer normalen Party. DEIN Song kommt und du denkst “Juchuuu”, du denkst es nicht nur, du sagst es laut. Im nächsten Moment merkst du wie du rot wirst, weil du weißt, dass ja jeder dich hören könnte, der die Kopfhörer nicht auf hat. Dann wieder DEIN Song und du fängst an zu tanzen und mitzusingen. Und plötzlich ist es dir egal. Du tanzt weiter, deine Freunde auch…manchmal aber in einem anderen Takt, als zu dem Song, zu dem du grad tanzt. Denn sie tanzen nicht zu der Musik die grad auf deinen Ohren sitzt, sondern haben einen der anderen zwei weiteren Kanäle gewählt. Lippen bewegen sich, alles lacht und tanzt. Nach einer Weile treibt dich der Durst zur Bar, du nimmst die Kopfhörer ab und freust dich, dass du dem hübschen Barmann nicht etwas entgegenschreien musst, sondern im normalen Ton dein Getränk bestellen kannst. Und dann stellst du dich kurz zur Seite und schaust dich um…Menschen die völlig befreit laut und in ihrer eigenen Sprache mitsingen. Und du lachst, aus vollem Herzen, nicht weil du dich lustig machst, sondern weil es eine so entspannte Stimmung ist und ja, auch weil es ein bisschen witzig ist. Alle lächeln sich an, alle haben Spaß, alles tanzt. Und am Ende des Abends wirst du glücklich sein, weil du zu der Musik getanzt hast, die in deinem Kopf war, ausgelassen und glücklich. Und das macht die Heartphones-Kopfhörerparty. glücklich!

R.I.P. Spring…

…Leads You Home Tonight, es lebe Caleido!

Im Jahre 2011 traten Spring Leads You Home Tonight in mein Leben, weil sie die Vorband von Okkervil River waren. Obwohl ich nicht da war, wurde mir zwei Tage später deren EP in die Hand gedrückt mit den Worten “Unbedingt mit Kopfhörern hören, das ist so unfassbar schön”. Gesagt, getan, verliebt. Es folgte 2012 ihr Debüt-Album “Letters Of The Lost”, welches der EP in Nichts nachstand. Vor allem der Song “Loss Division” hats mir damals angetan, mich mit voller Wucht getroffen und mir den Boden unter den Füßen weggerissen. Die Songs schafften es, große Gefühle zu transportieren, irgendwo zwischen Bright Eyes, The Cure und Arcade Fire.

In der Zwischenzeit hat sich einiges verändert, die Besetzung, die Wege, die Ideen. Und so wird aus Spring Leads You Home Tonight eben Caleido. Ein Willkommens-Konzert gibts am 27. März im Goldenen Salon in Hamburg.

Hamburg, du Mörder!

Bald bald erscheint das neue Album von Findus, nämlich am 14. März über Delikatess Tonträger. Und das erste Video zum nach dem Album (oder andersrum) benannten Song “Vis A Vis” gibts hier:

Textlich geht das schonmal in eine sehr gute Richtung, musikalisch bleibt das im allseits geliebten Findus-Stil.

“Das neue schwarz ist grau,
das alte weiß ist rot.
Ich lasse alles liegen
und stell mich einfach tot
und warte auf den Sommer
in einem anderen Kaff […]”