Tag Archives: Musik

Why don’t you dance to the music…

…I hear inside my head?!

So oder so ähnlich könnte das Motto zu der am 15. März stattfindenden Heartphones – Kopfhörer-Party im Hamburger Knust sein. Kopfhörerparty? Klingt komisch, aber tatsächlich ist es eine der wenigen Tanzveranstaltungen, bei denen nur sehr wenige Menschen eine Fresse ziehen. Stell dir vor: du kommst in den Club, siehst die Menschen tanzen und hörst sie kichern oder unverständlich singen. Und du stellst fest “irgendwas fehlt doch!”. Und Sekunden später fällt dir auf “die Musik”. Erst zweifelst du, bist gehemmt, als du die Kopfhörer aufsetzt. Aber eigentlich ist es ganz einfach, genauso einfach wie auf einer normalen Party. DEIN Song kommt und du denkst “Juchuuu”, du denkst es nicht nur, du sagst es laut. Im nächsten Moment merkst du wie du rot wirst, weil du weißt, dass ja jeder dich hören könnte, der die Kopfhörer nicht auf hat. Dann wieder DEIN Song und du fängst an zu tanzen und mitzusingen. Und plötzlich ist es dir egal. Du tanzt weiter, deine Freunde auch…manchmal aber in einem anderen Takt, als zu dem Song, zu dem du grad tanzt. Denn sie tanzen nicht zu der Musik die grad auf deinen Ohren sitzt, sondern haben einen der anderen zwei weiteren Kanäle gewählt. Lippen bewegen sich, alles lacht und tanzt. Nach einer Weile treibt dich der Durst zur Bar, du nimmst die Kopfhörer ab und freust dich, dass du dem hübschen Barmann nicht etwas entgegenschreien musst, sondern im normalen Ton dein Getränk bestellen kannst. Und dann stellst du dich kurz zur Seite und schaust dich um…Menschen die völlig befreit laut und in ihrer eigenen Sprache mitsingen. Und du lachst, aus vollem Herzen, nicht weil du dich lustig machst, sondern weil es eine so entspannte Stimmung ist und ja, auch weil es ein bisschen witzig ist. Alle lächeln sich an, alle haben Spaß, alles tanzt. Und am Ende des Abends wirst du glücklich sein, weil du zu der Musik getanzt hast, die in deinem Kopf war, ausgelassen und glücklich. Und das macht die Heartphones-Kopfhörerparty. glücklich!

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Kopfkino: Morning Runner

Als ich letztens Musik für ein paar Stunden musikalische Untermalung für die Pausen bei einer Konzertveranstaltung zusammensuchte, fiel mir das Album “Wilderness Is Paradise Now” der britischen Band Morning Runner in die Hände. Und schwups schwirren sie nun seit Tagen wieder in meinem Kopf herum. Neben ihrem einzigen Album haben sie die zwei EPs “The Great Escape” und “Drawing Shapes” rausgebracht. Darf man dem geschriebenen glauben, haben sich die Jungs schon ein Jahr nach Veröffentlichung von “Wilderness Is Paradise Now” (2006) getrennt, weil ihr Label ein Hit-Nachfolge-Album gefordert hat. Daumen hoch für so viel Konsequenz, schade ist es dennoch, zählen ihre Songs auf jeden Fall zu den Besten in der damaligen Zeit. Mich erinnert es tatsächlich an eine stundenlange Autofahrt zum Haldern Pop, bei der “Wilderness…” unsere Musik zum Festival-Roadtrip war. Sonne, die hoch am Himmel steht, die Füße ausgestreckt auf dem Amaturenbrett, immer wenn der Verkehr auf der Autobahn zu dicht war, wir langsam fahren mussten, wurden die Scheiben runtergekurbelt. Wir steckten voller Vorfreude, hibbeliger Nervosität und waren glücklich dabei. Das ist es auch, was das Album ausmacht, die Mischung aus ruhigen Teilen, die in getriebene hibbelige Parts übergehen und eine gewisse Lebensfreude ausstrahlen, die auch durch das Piano übertragen wird. Es ist zwar wegen dieses Hammer Debüt-Albums traurig, dass es diese Band nicht mehr gibt, doch ist es manchmal vielleicht gut, da aufzuhören wo es noch gut ist. Mehr Hit hätte es nicht werden können. Sänger Matthew Greener und Ali Clewer haben allerdings nicht aufgehört, sondern sind als Perfect Life weiterhin musikalisch tätig, aber an die Songs von Morning Runner kommen diese nicht ran.

<p><a href=”http://vimeo.com/5975266″>Morning Runner “Burning Benches”</a> from <a href=”http://vimeo.com/user734052″>David Chaudoir</a> on <a href=”https://vimeo.com”>Vimeo</a&gt;.</p>

Rotation 2013: OK Kid

OK KidÜberall liest man sie die Tage: Jahrespolls. Da ich keinen Anspruch und gar keine Möglichkeit habe, alle wirklich “wichtigen” Veröffentlichungen dies Jahr gehört zu haben, kann ich euch nur sagen, welche ich besonders mochte, welche sich bei mir in mein Hirn frästen, aus dem Gehörgang für eine lange Weile nicht mehr rauskamen und an welche ich mich auch jetzt noch positiv erinnere.

OK Kid waren eine dieser Bands, die man ans Herz gelegt bekommt, er nur mit Textzeilen, dann mit ganzen Songs, die sich dann einbrennen. Einen ganzen Frühling und Sommer gehört, verlor ich sie dann aus den Ohren, aber das Konzert im Hamburger Knust hat mich dann wieder auf die richtige Bahn gebracht. Das selbstbetitelte Album der Gießener hat mich wirklich überrascht und umgehauen, denn sie haben da ein ordentliches Stück HipPop mit Trip-Hop und Elektrogespiele vorgelegt. Da werden einem Zeilen wie “Du bist allein, zu zweit, zu dritt, zu viert, zu fünft, zusammen, doch du hörst sie nicht mehr, die Kopfdisko ist heut nicht an.” um die Ohren gehauen, die Füße zucken vom zappeligen Beat getrieben und das Kopfnicken über das entweder aktuelle oder in der Vergangenheit liegende Einverständnis. Das Einverständnis über die in gute Wortspiele verpackte Gesellschaftskritik, die sich ohne hochgehobenen Zeigefinger durch die Songs schlängelt. Es schlängelt sich auch das in Textzeilen gebrachte Bild der Heranwachsenen. Das Finden oder Suchen des Weges, der einen irgendwohin bringen soll. Doch darüber singen können nur die wenigsten, Wortspiele und Doppeldeutigkeiten darüber auch. Hier zeigen OK Kid “Einsatz” und sagen ”Ne gute Line reicht und mir wachsen Flügel”.

Doch Fliegen ist nicht alles was sie können, kennen sie nicht nur das Oben, sondern haben auch schon auf dem Boden gelegen. Aber sie stellen sich wieder her, wenn sie den “Kopf aus der Schlinge einer scheinbar heilen Welt” ziehen.  Die drei, die mittlerweile in Köln wohnen stellen sich Fragen, die sich eine ganze Generation stellen, die Probleme, Irrungen und Wirrungen die am Ende nicht wehtun, jedenfalls nicht der Welt, die wir alle aber für so unglaublich wichtig halten. Wir mit unseren kleinen großen Dingen, die uns bewegen. Gerade letzteres bringen OK Kid in der Ü20-U35-Ode – “Mehr Mehr” – auf den Punkt. Und schaffen am Ende die Antwort auf “Allein, zu zweit, zu dritt…” und geben dem Album ein letztes Mal ein authentisches und lebensbejahendes Ende, frei nach dem Motto “Denn am Ende wird alles wieder gut, und solang es uns nicht gut geht, haben wir auch kein Problem.”Wie die Welt wohl wäre, wenn es Ton, Steine, Scherben noch gäbe, wüssten wir auch gerne. Wir vermuten ein bisschen besser. Aber solange es Bands wie OK Kid gibt, die sich daran erinnern, wird es auch so gehen.

siehe auch concert-news.de

ambivalent: Turboweekend

Das Reeperbahnfestival liegt hinter Hamburg, wir haben das glaub ich alle ganz gut über die Runden gebracht. Ich habe mich gegen ein Bändchen entschieden, für entspanntes vorm Molotow sitzen und die kostenlose Konzerte mitnehmen. Doch wie der Zufall es wollte, hatte ich am letzten Tag doch noch die Möglichkeit, ein paar Bands in den Clubs zu sehen. So kam ich in den Genuss, mir am Reeperbus vier akustische Songs der dänischen Band Turboweekend anzuschauen. Und ja, ich war begeistert, von der Stimmung und der Stimme des Sängers Silas Bjerregaard. Somit fand ich mich, nach einem leider von schlechtem Sound begleiteten Tunng-Auftritt im Knust, im Indra ein, um eben jene Turbwoweekend zu sehen, die ein lauteres energiegeladenes Set versprochen hatten. Das war es. Aber leider war es auch nicht mehr. Die Stimme des Sängers ging unter, seine Posen waren leider im Stil von großen Rockern und manchmal wahnsinnig peinlich. Rein musikalisch zwar alles sehr cheesy, sonst gar nicht so schlecht. Und trotzdem konnte ich es den willenlos tanzenden und jubelnden Mädels nicht gleichtun, blieb aber bis zur letzten Minute, weil ich auf einen Lichtschimmer hoffte. Nur musste ich mir häufiger das Grinsen verkneifen. Vielleicht hält ja ihre EP Shadow Sounds was Silas beim Konzert versprochen hat…