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Zugehört: Bring The Mourning On

Warum sollte man sich, wenn es Richtung Frühling geht, immer mit den gleichen positiv klingenden seelenlosen Frühlings-Gute-Laune-Songs vollsülzen lassen, wenn man das am 4. April via Stargazer Records erscheinende neue Album “Northern Ghost” der Schweden Bring The Mourning On haben kann!?

Als Nachfolger von “Going Going Gone” und “Ukiah” reiht sich der nordische Geist lückenlos ein in den Reigen der scandinavian americana-Songs, die diesmal aber wieder mit mehr Kraft und Stärke bereits in den ersten paar Songs (“Let You Down”) überzeugen. Und dabei überraschen kleine Details, die erst durch genaues Hinhören herausstechen. So tanzen hübsche Geigentöne bei “Without You” zwischen sensiblen Pianoklängen und kräftigen Gitarrensounds.

BTMO - northern-ghostHört man genau hin, kann man die Bewegungen hören, die zwischen den Tönen entstehen, ein langes Atmen, ein vertrauter Blick, Finger die über die Tasten des Rhodes-Piano gleiten, der wissende Klang der Mundharmonika, die Stimmen von Erika Axelsson und Henning Pettersson. Ständiger Wegbegleiter bleibt, wie auch schon bei den Vorgängern, die Melancholie, die immer mit im Raum ist, die aber nicht stört, sondern einfach wie ein guter Freund ist. “Northern Ghost” als alter Vertrauter, mit dem man Wein trinkend auf einem gemütlichen Sessel sitzt und sich gar nicht viel zu sagen braucht, weil manche Dinge keine Worte brauchen. Aber Musik!

Diese Stimmung perfekt umgesetzt hat Mr. Idle Hand aka Björn Wahlström, der bereits mit dem Video zu “Eye Of The Beholder” und nun auch “Faiding Trail” Gänsehaut erzeugt. Man fühlt den Wind, der durch die Bäume weht, man fühlt den Schmerz des Kindes und von den Stimmgebern Erika und Henning, Man fühlt das nasse Laub unter den Füßen, man spürt den Tau auf den den Blättern und riecht die moosige Waldluft. Und man hört zwischendurch Schritte, vom “Northern Ghost”, vor dem man sich aber keinesfalls fürchten muss. Wunderbare Platte zum Durchatmen und Fallenlassen, zum Träumen.

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Lieblingscover: Dråpe – Canicular Days

Drape - Canicular Days
Dråpe kommen aus Norwegen und präsentieren auf ihrem bereits am 8. November erschienenen Album “Canicular Days” eine wunderbar fluffig, flirrende Mischung aus Dream-Pop, Postrock, Shoegaze und Psychedelia. Und das wirkt – ganz gegensätzlich zur melancholischen skandinavischen Winterschwere – äußerst lebhaft und irgendwie sommerlich. Das Cover tut da sein übriges. Wunderschön!