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Haldern Pop 2015…be true – not better

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Just one month to go until the great and cozy Haldern Pop Festival is taking place at the fields and gras grounds of the tiny village in the west part of Germany, just few kilometers away from the border to the Netherlands. And also not far away is the Autobahn, but there is Autobahn everywhere in Germany. So, in a few weeks there will enter around 7000 guests the gates of Haldern to have three (13. – 15. august) days full of best music, hopefully sun and a lot of love. Love for the short ways from the campsite to the festival area, love for sitting in the gras in the beergarden, love for the morning coffee, love for the heat in the famous Spiegeltent, love for the big diversity of food and drinks and of course much much much love for great bands.

And there are many to explore, and to fall for in the end. Here are some of them:

SOAK from Ireland. She is not 20 yet, she is writing about her growing up things (listen to her album “Before We Forgot How To Dream”), just as we all went through it. So you find a lot of feelings, strangenes and weirdful thoughts which are guided by sensible singer-songwriter sounds and a special voice. She could be the little sister of Cat Power. This will not be the last time you heard from her!

AnnenMayKantereit from Germany. Yeah, it’s in german but beside that, the voice is a wonder. This guys are young and the singer sounds like an old wise man. Dusty and rough and empathic with no doubt about their talent.

Kiasmos from Iceland. No less than piano artist Ólafur Arnalds is having this project with his friend Janus Jasmusse from Bloodgroup. The piano is still there but combined with some beats and poppy sound effects. Very chilly and dancy and dark and happy and everything you need and expect from icelandic electronic music.

Father John Misty from the United States. Maybe since ages an american folk singer-songwriter, but for some time also the drummer of Fleet Foxes. J. Tillman was also touring with Damien Jurado. All of that sounds like a good thing, huh?! So, go and listen to his kind of self destroying and self ironying songs!

Furthermore go and find out about Delta Rae, dEUS, Die Sonne, Intergalactic Lovers and Alcoholic Faith Mission! But all of the Line-Up is worth it to give an ear and a heart! All of this loveable musicians here:

Alcoholic Faith Mission (DK) – AnnenMayKantereit (DE) – Bear’s Den (UK) – Benjamin Booker (US)
Bernd Begemann & Die Befreiung (DE) – Bilderbuch (AT) – Big Sixes (UK) – Cantus Domus (DE)
Courtney Barnett (AUS) – Curtis Harding (US) – Dan Deacon (US) – Delta Rae (US) – dEUS (BE)
Die Sonne (DE) – DMA’s (AUS) – Dotan (NL) – Douglas Dare (UK) – Family Of The Year (US)
Father John Misty (US) – Frances (UK) – Freddie Dickson & The Guard (UK) – Grandbrothers (DE)
Heisskalt (DE) – Ibeyi (FR/CU) – Iceage (DK) – Intergalactic Lovers (BE) – Johann Sebastian Bach (DE)
Kapok (NL) – Kate Tempest (UK) – Kiasmos (IS) – Kiko King & Creativemaze (DE) – LÅPSLEY (UK) Laura Marling (UK) – Liam Ó Maonlai & Peter O’Toole (Hothouse Flowers) (IRL) – Low Roar (IS)
Magnus (BE) – Mammút (IS) – Marcus Wiebusch (DE) – Mark Geary feat. Grainne Hunt (IRL)
Nils Frahm (DE) – Olli Schulz (DE) – Public Service Broadcasting (UK) – Puts Marie (CH) – Rae Morris (UK) – Savages (UK) – Soak (IRL) – Someday Jacob (DE) – stargaze & André de Ridder (DE)
Steve Gunn (US) – Sunset Sons (UK) – Terra Profonda (HU) – The Bronze Medal (UK) – The Districts (US) – The Slow Show (UK) – The War on Drugs (US) – Tour of Tours (DE/NL/US) – Tor Miller (US) – Tora (AUS) – Viet Cong (CAN) – Villagers (IRL) – White Fence (US) – Woods of Birnam (DE)

These bands are well choosed from the Haldern Pop team, which are doing their heart job since 1984. There is no doubt about this heart thing. It will win in the end. Always! At least every year at the gras grounds of Haldern. BE TRUE – NOT BETTER!

Haldern Pop Festival
13 – 14. august
Sold out!
(but there is always a chance to catch a fair priced ticket even if it is sold out…go and try the ticket market at their homepage or the FairVerkauf group on Facebook)

Husum Harbour 2015

Möwengeschrei, Hafengeruch, entspannte Stille im kleinen feinen Husum, im Norden Deutschlands. Noch ist es die graue Stadt am Meer, doch schon in ein paar Wochen werden in Husums Parks viele viele Krokusse blühen. Das führt im April immer viele Touristen in diese Gegend. Doch seit fünf Jahren gibt es noch eine weitere Attraktion in der Stadt. Das Husum Harbour Festival, was jährlich im schönen Speicher stattfindet; ein kleines-feines Indoor-Festival, mit viel Liebe, Musikverstand und Herzblut organisiert. Und es wächst und wächst. Standen anfangs eher regionale bzw. deutsche Musiker wie Wolfgang Müller, Spaceman Spiff, Clickcklickdecker, Gregor McEwan, Maike Rosa Vogel, Tim Neuhaus, Enno Bunger, Honig und Niels Frevert auf der Bühne, so werden mittlerweile auch schon international bekannte Musiker gebucht.

So werden beim kommenden Husum Harbour Festival 2015 am 11. und 12. April neben Projektor, Florian Ostertag und Talking To Turtles auch Scott Matthew und Matthew Caws von Nada Surf auftreten. Wie auch in den letzten beiden Jahren wird es nicht nur einen Festivalabend geben, sondern auch einen Frühstücksmorgen mit Akustikkonzert. Tickets für alles gibt es nur bei Reservix.

projector
Wer bei Enno Bunger schon mal genau hingeschaut hat, dem ist vielleicht Onno Dreier aufgefallen. Dieser begleitet ihn bei dem ein oder anderen Auftritt und ist selbst blutjunger studierter Multi-Instrumentalist und sein ebenso blutjunges Musikprojekt nennt sich Projektor. Melancholisch, düster und sphärisch zwischen schwimmen und schweben fallen Namen wie Ólafur Arnalds und Ry X. Einen kleinen Vorgeschmack gibts mit dem bisher einzigen Musikvideo zum Song “Sinking Lights”.

TalkingToTurtles
Wenn ich an Talking to Turtles denke, erinnere ich mich an ein wunderbares Orange Blossom Festival 2011. Da war ich ganz verzaubert von deren Auftritt, von kleinen Klängen mit großen Geschichten, von sensiblen, manchmal schrägen Arrangements. Und von Claudia und Florian alias Talking To Turtles, die so angenehm angenehm waren, dass mir auch nach dem Festival damals noch Herzchen in den Augen standen und ich “We are both each other’s heros, I am yours, you are mine” vor mich hin pfeifend auf die S-Bahn in Hamburg wartete. Nun, ein paar Jahre später freue ich mich, immer wieder von ihnen zu hören. Längst ist mit “Split” ihr Drittwerk erschienen, auf dem sie ihren mal zuckersüßen, mal bitteren Indiepop per excellence weiterführen. Wunderbare Entscheidung liebes Husum Harbour Orgateam!!!

FlorianOstertag
Florian Ostertag hat sich die Bühne bereits als Support mit Philipp Poisel geteilt, stand schon auf diversen kleinen und unter anderem den größeren Haldern Pop und Golden Leaves Festival auf der Stage, seine Singer-Songwriter Tour war teilweise ausverkauft und er ist aus dem ganzen gitarrenklimpernden Talentpool nicht mehr wegzudenken. Als richtige Konsequenz spielt er nun auch auf dem Singer-Songwriter-affinen Festival in Nordfriesland.

ScottMatthew
Auch hier eine Erinnerung: Scott Matthew auf Kampnagel, mehrmals. Immer, wie der Kampnagel eben so ist, recht düster, ganz minimalistische Bühnengeschichte. Heißt im Fall von Scott Matthew-Konzerten: entweder er allein oder mit seinem Gitarren- / Kontrabasskumpel. Weil gerade sein damaliges Album “Gallantry’s Favorite Son” erschienen war und seine Songs immer irgendwie eine gewisse Schwere hatten, war mir auch ganz schwer zumute. Doch dann stand da nicht nur der sensible Künstler auf der Bühne, der immer ein bisschen schüchtern wirkt, sondern auch der Quatschkopf Scott Matthew, der wunderbar sarkastisch, ironisch, zynische Witze machen kann, bei denen man sich gern mal an der eigenen Spucke verschluckt und die ganze Schwere glücklicherweise nicht mehr ganz so schwer ist. Neben seinen zauberhaften eigenen Songs ist er ein wahrer Coversongsverschönerer, die er 2013 auf sein “Unlearned” gepresst hat. Wenn einer covern darf, dann er. Somit verspricht der Auftritt beim Husum Harbour  alles was man sich nur wünschen kann.

MatthewCaws
Ich freue mich wirklich über jeden Künstler, der bei diesem schönen Festival dabei sein wird, aber ganz besonders freue ich mich auf Matthew Caws / Nada Surf. Eine Anektdote aus meiner Nada Surf-Liebe rauszusuchen ist schwer, denn da gibts viele. Nur so viel: es wird etwas ganz besonderes, diesen Künstler vor so wenig Menschen live sehen zu können. Nach einem ausgiebigen schönen und geselligen Frühstück nämlich als Akustikact am Sonntag mittag. Melodiöser Indiepop, der mit tollen Texten gefüllt wird, dazu ein sympathisch und offen wirkender Künstler, der sich selbst nicht so wichtig zu nehmen scheint. Für “Popular” bekannt, aber geliebt für “Inside of love” und “Kilians Red”, wird Matthew Caws den Sonntag zu einem unvergesslichen Tag machen.

Liebes Husum Harbour Orgateam, ich verneige mich einmal mehr vor euch, dass ihr das alles so auf die Beine gestellt bekommt, dass ihr die Perlen im Sand findet, dass ihr Herzblut vergießt. Ich freue mich sehnsuchtsvoll auf das Stückchen zu Hause, auf die Flucht aus dem isländischen Urlaubsland.

HusumHarbour2015

 

Zugehört: Damien Rice

Was gibt es schöneres, als das Album auf das man seit acht Jahren gewartet hat, mit einem guten Freund zu teilen, mit dem man jenen Damien Rice seit mindestens acht Jahren teilt.
Zwei Menschen, die gleichzeitig geflashed sind, ohne am selben Ort zu sein mit komplett unterschiedlichen Voraussetzungen. Hier Reykjavik, dort Aiterhofen. Und “My Favourite Faded Fantasy” von Damien Rice:

“My Favourite Faded Fantasy”
Aiterhofen: Was mich ärgert ist, dass drei Songs von acht vorher schon zu hören waren.
Ich hätte mir in die Hosen gemacht, hätte ich die Songs nicht im Vorfeld gekannt.
Geweint wie ein kleines Kind. Jetzt war ich schon etwas gefasster. Die drei Pres sind natürlich mehr als irre! Bin gespannt, was mit den anderen noch passieren wird, endlich wieder was zu entdecken.

“It Takes A Lot to know a Man”
Reykjavik: Sag was!
Aiterhofen: Sag du doch was!
Reykjavik: Schönes Piano. Oh, und das Ende ist toll! Das macht den Song unvorhersehbar.
Aiterhofen: Absolut! Streicher alla Rubin.
Reykjavik: Ach, das ist noch gar nicht das Ende….WOW!
Er verändert sich in der Mitte von etwas harmlosen zu etwas fast bedrohlichem, oder gewaltigem. Und dann bricht er wieder und Feuer knistert. ich sitze mit ihm in einem Raum, er spielt Piano und ich lausche. Aber nicht als anwesender Mensch, eher als Gemälde oder als altes Foto in einem Bilderrahmen auf dem Kamin, weil das so intim und nah ist, dass eine Person im Raum stören würde.
Aiterhofen: Knister knister, Piano. Mein Wein erzählt grad die selbe Story. Erst ist er bitter, schmeckt nach Eisen. Kaum eine halbe Stunde offen, entwickelt sich sein Geschmack. Brombeere. War vorher nicht zu schmecken. Die Streicher sind sooo toll eingesetzt zum Schluss hin und dann die Bläser. Baaaammmmmm – wie man so im Jugendjargon sagt.
Reykjavik: Den Song find ich wirklich bombastisch, wunderschön, er füllt einen tollen Raum und riecht nach Kaminholz, nach Wein auf selbigem und ein bisschen Staub in den Ecken. Nach einem frisch gewaschenem Hemd, in dem Damien am Piano sitzt. Barfuß.
Aiterhofen: Der ist irre lang! Fazit?
Reykjavik: Also bis zur Hälfte dachte ich, ok. Und dann kam der Bruch, die unvorhergesehene Wendung.
Aiterhofen: Klavier und dann die geilen Streicher. Super gemacht. Gänsehaut.
Reykjavik: Überrascht, Gänsehaut, verzaubert!

“The Greatest Bastard”
Reykjavik: ich würde ihn als klassischen Damien bezeichnen…sehr minimalistisch. Man hört, wie er die Saiten anschlägt und atmet. Das mag ich.
Aiterhofen: Grooooßßß, klassisch, mit der beste bisher. Und jetzt sind wir erst bei Song 3!
Die Melodie pulsiert wie wild durch meinen Körper. Der edelste Wein ist den Song nicht wert

“I Dont Want To Change You”
Aiterhofen: Streicher auch wieder top. modern, aber passend bzw bisschen wie die alten Soul Sachen. gut gemacht.
Reykjavik: Zu dem Song hab ich eine schöne Situation: wir hielten nach einem wunderschönen Mooslavafeld irgendwo an nem Straßenrand…weil das Licht so toll war, so friedlich, so ….und dann kamen die ersten Töne von “I dont want to change you” aus dem Radio…und ich hab Gänsehaut bekommen.

“Colour Me In”
Aiterhofen: boahhh Explosion! Wie hat mir das gefehlt!
Reykjavik: Gänsehaut durchzieht sich. Mir kullern grad ein paar Tränen, weil der Song so schön und gewaltig ist!
Aiterhofen: Jede Träne ist es wert.
Reykjavik: Ich befürchte ich werde die ganze Nacht das Album hören!

“The Box”
Reykjavik: Ich komme langsam wieder dahin, mich für Musik zu begeistern, hatte und brauchte ich lange Zeit nicht…tatsächlich nicht…einfach mal für sich sein, Natur hören und genießen
Aiterhofen: Alles ist Musik. Schwingung. jedes Geräusch. selbst die Stille schwingt. oft noch schöner als alles Gespielte.
Reykjavik: Aber Damien ist der auf den ich mich seit acht Jahren gefreut hab.
Aiterhofen: Er kam zur richtigen Zeit.
Reykjavik: Er wäre immer zur richtigen Zeit gekommen. FUCK…er weiß doch immer wieder zu überraschen!
Aiterhofen: Rick Rubin, der Hund, hat ihm da schon ein paar fette Streicher hingezaubert und ihn aber auch pure gelassen. Kein Ausfall bisher.
Reykjavik: ich finde das passt alles ziemlich gut zusammen und “The Box” ist der Hammer!
Aiterhofen: Erst erinnert er sehr an “Blowers Daughter”
dann…geht er eine tolle andere Richtung.

“Trusty And True”

Aiterhofen: Trotz der kurzen Tracklist ist es eine relativ lange Spielzeit.
Ahhhh
Geil
Zweistimmig
Sehr irisch
Ich hab die Instrumentenliste im Booklet gelesen. Irre viele Instrumente sind am Start aber man merkt das nicht. Klingt alles ehrlich.
Reykjavik: Und klingt alles erdig. Dieser Song ist aber bisher der poppigste.
Aiterhofen: Er hat sich verändert, aber in einem guten Rahmen.
Sehr poppig! Hab in nem Interview gelesen, dass er sich gegen Radiosongs wehrt, deshalb sind die Songs auch immer über 5 min. Großartig. Zusätzlich ist der Wein den ich grade trinke, einer der besten. Passt alles irgendwie heute.
Reykjavik: Hab heut nen kleinen Schnipsel über die Entstehungsphase gesehen…da meinte er auch, dass er mit Druck nicht arbeiten kann, dass er Inspiration und Zeit braucht.
Aiterhofen: Schade, dass du dich nicht mit mir betrinkst. das wär es wirklich wert.

“Long Long Way”
Aiterhofen: Uuuhhhhh, sehr sphärisch!
Reykjavik: Ja sphärisch, aber dann bombastisch. Guter Abschluss!
Aiterhofen: Ich höre viele Alben und oft denk ich mir, boah, das ist krass gespielt.
Instrumental geile picking Gitarre, irrer Basslauf usw.
Das dachte ich zu keiner Sekunde bei Damien.
Das kann fast jeder Anfänger spielen.
Aber mich kriegen diese ausgeheckten Sachen nicht so arg, als wenn einer Songs schreiben kann und dann noch so interpretieren. Viele studierte Musiker maskieren ihre fehlenden Songwritingkünste durch Können am Instrument. Er muss nix maskieren.
Ich hab sieben Lieblingslieder und das achte gibt sich Mühe.
Der schönste Abend des Jahres, ohne dass irgendetwas passiert.
Nur Musik
und deine Worte
Toooooollll
danke
Das war ne großartige Idee!
War hoffentlich meine.
Reykjavik: ich glaube es war unsere…wir haben es beinahe gleichzeitig ausgesprochen.

Die Erwartungshaltung war groß, die Vorfreude ebenso und ein wenig auch die Angst vor Radiohits, Ausverkauf und Mainstream. Doch davon ist der Ire weit entfernt, auch wenn seine Songs noch das kühlste Herz erweichen könnten. Mit “My Favourite Faded Fantasy” knüpft er also da an, wo er mit seinen vorgängigen Erfolgsalben “9” und “O” vor acht Jahren aufgehört hat. Und ich kann nicht aufhören, mich verzaubern zu lassen. Bleib noch ein bisschen Damien!

 

 

 

My favourite faded fantasy…

Es war im November 2006, ich damals für ein langes Wochenende in London. Kurz vorm Release des zweiten Albums “9” vom Iren Damien Rice. Dass in Irland und England das Album ein paar Tage früher als in Deutschland erscheinen wird, realisierte ich, als ich die riesigen Werbeplakate aushängen sah. Überglücklich kam ich zurück nach hause und schloss mich in meinem Zimmer ein. Und war verzaubert, denn auch beim zweiten Album hatte Damien Rice es geschafft, mich in seinen Bann zu ziehen, mir den Atem zu rauben, die Tränen in meine Augen schießen zu lassen. Meine Verehrung ebbt nicht ab, obwohl ich eine lange Zeit seine Songs nicht gehört habe, aber immer stand ich in den Startlöchern, um die neuesten Neuigkeiten von ihm aufzusaugen. Doch nichts. Oder nur häppchenweise.

Kaum ein Künstler lässt sich so wenig von Plattenindustrie und Fanflehen beeinflussen wie Damien Rice. Hier und da ist er in den letzten Jahren aufgetreten, immer seine Songs von seinen viel umjubelten Erfolgsalben “O” und “9” im Gepäck und immer eine gewisse Geheimniskrämerei im Mundwinkel. Jeder wartete gespannt auf neue Songs oder eine Ansage, wann diese denn auf eine CD oder LP gepresst endlich erscheinen werden. Seit Ewigkeiten war seine Homepage “under construction”, was hoffen ließ. Und nun kündigt er auf seiner Facebookseite, in seinem Newsletter an, am 31. Oktober in Irland ein neues Album mit dem schönen Namen “My favourite faded fantasy” herauszubringen.

Das Herz hüpft, das Bauchkribbeln setzt ein und jeder Muskel ist angespannt, weil der Körper auf den Sprung wartet, der ihn am 3. November in die Plattenläden führen wird, um mit einer Ausgabe des “My favourite faded fantasy”-Albums Hand in Hand durch die Straßen zu hüpfen. Damit das Warten nicht ganz so zermürbend ist, gibts sogar ein Songfragment. Die Tage sind gezählt!

http://www.youtube.com/watch?v=xGIIfNxfUAE&feature=youtu.be

Zugehört: Kalle Mattson

kallemattsonVom Namen in die Irre geführt, so handelt es sich bei Kalle Mattson nicht um einen Schweden, sondern um einen aus Kanada kommenden Musiker. Aber das ist nur nebensächlich, denn sein am 7. März erscheinendes Album “Someday The Moon Will Be Gold” (Trickser Tonträger) beeinflusst das in keinster Weise.

Es ist schon jetzt ein heißer Dauerrotations-Anwärter für das Jahr 2014, denn schon der Einstieg ins Album “An American Dream” ist absolut ohrwurmverdächtig, lässt einen beschwingt und fröhlich pfeifend durch die City laufen. Bereits im zweiten Song “Darkness” werden melancholisch ruhigere aber nicht weniger schöne und hängenbleibende Töne angeschlagen. Die Melancholie wird von wunderschönen Trompetentönen unterstrichen, die sein Bandmate J.F. Beauchamp eingespielt hat und sich durchs ganze Album ziehen, Dabei geht es um die großen und kleinen Dramen des Lebens, um schöne aber auch nicht so schöne Dinge – das Coverartwork stammt von seiner verstorbenen Mutter – dennoch schwingt auf “Someday The Moon Will Be Gold” ein unbändiger Optimismus mit, der einen selbst bei Titeln wie “Hurt People Hurt People” lustig mit dem Kopf schwingen lässt. Auch wenn die Töne in manchen Songs leiser und nachdenklicher werden, bleibt dieses Gefühl.

Mal selig seufzend, mal kopfnickend und grinsend lässt Kalle Mattson einen mit dieser ziemlich erwachsenen musikalischen Schönheit zurück, welche mit einer Vielfältigkeit besticht, die an die eines Ryan Adams erinnern lässt und selbst schon die New York Times und Pitchfork entdeckt haben. Musik die den Frühling nicht besser einläuten könnte.

Kopfkino: Morning Runner

Als ich letztens Musik für ein paar Stunden musikalische Untermalung für die Pausen bei einer Konzertveranstaltung zusammensuchte, fiel mir das Album “Wilderness Is Paradise Now” der britischen Band Morning Runner in die Hände. Und schwups schwirren sie nun seit Tagen wieder in meinem Kopf herum. Neben ihrem einzigen Album haben sie die zwei EPs “The Great Escape” und “Drawing Shapes” rausgebracht. Darf man dem geschriebenen glauben, haben sich die Jungs schon ein Jahr nach Veröffentlichung von “Wilderness Is Paradise Now” (2006) getrennt, weil ihr Label ein Hit-Nachfolge-Album gefordert hat. Daumen hoch für so viel Konsequenz, schade ist es dennoch, zählen ihre Songs auf jeden Fall zu den Besten in der damaligen Zeit. Mich erinnert es tatsächlich an eine stundenlange Autofahrt zum Haldern Pop, bei der “Wilderness…” unsere Musik zum Festival-Roadtrip war. Sonne, die hoch am Himmel steht, die Füße ausgestreckt auf dem Amaturenbrett, immer wenn der Verkehr auf der Autobahn zu dicht war, wir langsam fahren mussten, wurden die Scheiben runtergekurbelt. Wir steckten voller Vorfreude, hibbeliger Nervosität und waren glücklich dabei. Das ist es auch, was das Album ausmacht, die Mischung aus ruhigen Teilen, die in getriebene hibbelige Parts übergehen und eine gewisse Lebensfreude ausstrahlen, die auch durch das Piano übertragen wird. Es ist zwar wegen dieses Hammer Debüt-Albums traurig, dass es diese Band nicht mehr gibt, doch ist es manchmal vielleicht gut, da aufzuhören wo es noch gut ist. Mehr Hit hätte es nicht werden können. Sänger Matthew Greener und Ali Clewer haben allerdings nicht aufgehört, sondern sind als Perfect Life weiterhin musikalisch tätig, aber an die Songs von Morning Runner kommen diese nicht ran.

<p><a href=”http://vimeo.com/5975266″>Morning Runner “Burning Benches”</a> from <a href=”http://vimeo.com/user734052″>David Chaudoir</a> on <a href=”https://vimeo.com”>Vimeo</a&gt;.</p>

Husum Harbour 2014

Der vergangene Sommer ist nur noch eine schöne Ahnung, aufgefrischt mit Erinnerungen in unseren Köpfen und Fotos auf den Speicherkarten unserer Mobiltelefone oder Kameras, intensiviert mit Gerüchen von Sonnencreme, Seifenblasen und Konfetti in der Luft. Der kommende Frühling scheint noch soooo weit weg und das Vorstellen von zwitschernden Vögeln, paarungsbereitem Kleingetier und blühenden Blumen fällt schwer. Doch die Vorfreude darauf potentiert sich mit den wieder länger werdenden Tagen ab Ende dieses Wintermonats.

Vor allem der 12. April nächstes Jahr sollte ganz fett als Vorfreudeende im Kalender markiert werden, denn an diesem Tag findet das vierte Husum Harbour im Husumer Speicher statt. Wir wären nicht wir, wenn wir euch nicht jetzt schon dieses besondere musikalische Kleinod schmackhaft machen würden, denn soeben wurden uns die Bandbestätigungen ins Ohr geflüstert, die da wären:

Lost Name
Die Höchste Eisenbahn
Town Of Saints
Alin Coen
The Dangers Of The Sea (Sonntags-Akustik-Konzert)

Der Ticketvorverkauf ist bereits gestartet und nach 16 Minuten wurde gemeldet, dass das Kombiticket für Samstag und Sonntag bereits ausverkauft ist. Aber für Samstag (4 Acts) könnt ihr noch Tickets für 16Euro zzg. VVK-Gebühr erwerben. An der Abendkasse wird es ausschließlich das Ein-Tages-Ticket für Samstag zum Preis von 20Euro geben, diese jedoch waren auch schon nach kurzer Zeit am Abend ausverkauft. Tickets bekommt ihr entweder direkt in Husum im Speicher, bei der Theaterkasse Schumacher in Hamburg, oder natürlich auch unter www.reservix.de.

Somit lässt sich nun nur noch wünschen, dass die Tage schnellst wieder länger werden mögen, die Zeit etwas verfliegt, bis wir uns wieder bei frühlingshaften Temperaturen die wunderbaren lila Blüten im Husumer Park anschauen können, nachdem wir den Speicher mit einem lauten Seufzer verlassen werden.

Erstveröffentlicht bei concert-news.de
Ein großer Dank und Riesenlob geht auch dieses Jahr wieder an Denise Henning, die wie immer ein fantastisches Artwork geschaffen hat!